| I-Wolf Interview, 09. 10. 2004 Rockhouse | ||
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Der Amadeus Alternative Award 2004, die Nominierung, ich weiß von der Salzburger Band The SeeSaw, die sind aus allen Wolken gefallen, wie war das bei dir ? Als ich nominiert worden bin war ich noch nicht so überrascht, weil da werden halt einfach ein paar Bands aufgezählt und ich hab mir noch nie Erwartet das ich’s dann auch werde. Also bei der Nominierung bin ich noch aus keinen Wolken gefallen weil, nominiert war ich ja schon drei Jahre hintereinander mit den Sofa Surfers und ich hab mir immer gedacht, okay, es wählen ja die FM4 Hörer, und da kann ich mir auch vorstellen dass zum Beispiel eine HipHop Band mehr Leute mobilisieren kann, und deswegen hab ich’s mir nicht gedacht dass ich’s werd. Wie war es dann nach der Nominierung als du den Preis entgegen genommen hast, und vor allem, welche Konsequenzen hatte für dich der Preis, gab’s überhaupt Konsequenzen. Na ja, spürbare Konsequenzen, dass ich jetzt höhere Gagen oder so verlangen könnte gibt’s zum Beispiel nicht, finanziell hat sich also überhaupt nichts geändert, aber es ist einfacher geworden gewisse Ideen durchzubringen, die Gesprächsbasis ist irgendwie stärker vorhanden, dass ich, wenn ich überleg dass ich auch schnell Freunde oder einfach interessierte Leute finde die sich das Anhören, und das ist natürlich schön.
Also ich glaub dass das neue Album total anders ist, und dass ich’s auch nicht so als Fortsetzung angelegt hab, oder quasi als Festschreibung eines gewissen I-Wolf Stils, der jetzt eben nur in Richtung ‚Soul Strata’ geht. Ich glaub was mich halt interessiert sind verschiedene, auch Thematische, Aspekte in der Musik, und es wird definitiv ein zweites ‚Soul Strata’ Album geben, weil ich da schon einige Ideen hab. Aber jetzt war grad zeit für mich, etwas griffigeres zu machen, etwas das nicht so episch, sondern etwas dass eher so aus der Hüfte geschossen daherkommt. Und die Nummern, die jetzt auf dem neuen Album I-Wolf and Burdy meet the babylonians drauf sind, die sind eigentlich manchmal auch fast gleichzeitig entstanden wie die Soul Strata Nummern, nur hat’s dadurch dass ich sehr viel getourt bin einfach länger gedauert, bis ich dann auch das Gefühl gehabt hab, so, jetzt ist die Phase wo ich’s fertig mach. Die Inspiration ist eigentlich eine Thematisch ganz andere, bei der Soul Strata hab ich relativ stark in mich hineingehorcht, und bei der Babylonians geh ich eigentlich raus. Im Endeffekt geht’s, ganz grob gesprochen, um Netzwerke. Man kann irgendwie, die Globalisierung als überhaupt als Tendenz sehen, dass ich gewisse Elemente in unserer Gesellschaft vernetzen, und das kann die Wirtschaft genauso sein wie von mir aus auch globalisierungskritische Gruppen, die sich genauso vernetzten, und gleichzeitig ist auch das Leben eines freischaffenden Musikers auch auf Netzwerke angewiesen, und irgendwie hab ich auf dem Album versucht das auf eine musische und vielleicht auch poetische weise rüberzubringen.
Ich hab mir 100 Beiträge angehört, davon hab ich 3 ganz gut gefunden, und mit einer hab ich dann auch was gemacht, und die ist auch am Album oben, und das find ich insofern sehr schön dass aus solchen dingen dann wieder eine Vokalperformance entsteht. Das hat auch irgendwie zu dem Konzept bzw. der Idee des Albums gepasst.
Na ja das hat sich irgendwie eher auf die Arbeitsmoral ausgewirkt, da man in den USA viel mehr ‚hackelt’ als z.B. in Österreich. Damit hab ich jetzt auch kein Problem und diesen Spirit hab ich jetzt auch mitgenommen. Das mach mir auch Freude und ich lass mich nicht so leicht runterzieh’n. Das ist zum Beispiel ein positiver Aspekt, es hat natürlich andere Aspekte auch gegeben, aber ich sag mal, das ist einer auf den ich Bau.
Wir haben jetzt den Soundtrack für Silentium gemacht, und das war eine sehr sehr schöne Arbeit gemeinsam. Man muss dazu sagen, wir haben ja eine Pause gehabt weil einer von uns Vater geworden ist, und dann ist noch dazu leider eine Gesundheitliche Pause dazugekommen, weil einer von uns einen totalen Hörausfall am Linken Ohr erlitten hat. Das muss man eben kurieren und das braucht seine Zeit aber jetzt sieht alles recht gut aus, und wir werden jetzt im Winter ein neues Album aufnehmen, und da freuen wir uns schon drauf.
Da gibt’s viel. Es ist nicht so als Künstler, sondern eher als jemand der halt immer nachdenkt, was kann man sonst noch basteln. Ich bin zwar vom basteln her nicht so, aber ich hab mir schon immer gern Dinge überlegt. Wie ich klein war hab ich zum Beispiel auch immer schon die Regeln von unserer Bande überlegt, und das hat sich dann Fortgepflanzt. Schon bevor ich überhaupt in einer Band gespielt hab, hab ich schon Covers entworfen, wie meine Alben ausschauen würden. Auch musikalisch kann ich mir noch mit sehr vielen Leuten vorstellen was zu machen. Ich kann auch sagen, da sind ein paar Dinge, die ich nächstes Jahr machen werd, z.B. wird ein Album rauskommen vom Hansi Lang, das ich produzieren werde gemeinsam mit Thomas Rabitsch, dann werd ich mit einer experimental- HipHop Band und eine experimental Geigenspielerin ein Album machen. Das sind mal die nächsten Dinge, und da kann ich mich jeweils mit speziellen Ideen auseinandersetzten. Das ist es, es ist halt ein permanentes zwischen den Stühlen sitzen.
Ja schon, also ich weiß es kann sehr abgehen in Salzburg, und ich hab eigentlich im Rockhouse und generell in Salzburg gar keine schlechten Sachen erlebt, war immer auf eine gewisse weise Gut. Vor allem muss ich auch sagen dass die Rockhouse-Crew total super ist, das muss man ja auch einmal sagen, das sind die Leute die man nicht so sieht. Die sind auf jeden Fall 1A. Man steht irgendwie total gerne auf der Bühne. Ist ein gutes G’fühl. | ||
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