Interview mit VIRGINIA JETZT! vom 16.11.2004,
geführt von Wolfgang Lienbacher (Radio Rockhouse).


Auf eurer aktuellen Platte  „Anfänger˜ gibt es das Lied „Liebeslieder˜, in dem eine Textzeile lautet, „das ist mein Land, das sind meine Menschen˜. Daraufhin gab`s  wieder die mittlerweile üblichen Vorwürfe von wegen Deutschtümelei und Nationalismus. Wie seid ihr damit umgegangen und wie habt ihr das aufgenommen?

Thomas: 
Wir waren relativ entsetzt eigentlich, wir haben dann an die Zeitung, in der der Vorwurf gedruckt wurde eine Stellungnahme geschrieben, eigentlich haben wir ja einen Leserbrief geschrieben, den die dann als Stellungnahme auf ihre Homepage bzw. später dann auch ins Heft genommen haben. Das war letztendlich unserer Reaktion darauf, wir ham` natürlich einzelne Interviews geführt und auch da unserer Position klargemacht, wobei wir halt nicht geglaubt haben dass man das tun müsste, weil in dem Lied geht’s ja jetzt nicht wirklich darum.


Wie steht ihr generell zum Thema Nationalstolz und neues deutsches Heimatgefühl.

Mathias:
Na zum Thema Nationalstolz  stehen wir natürlich so wie man dazu stehen sollte und zwar eher negativ gegenüber, und dieses neue Heimatgefühl … ich weiß nicht ob das so neu ist, also das wird jetzt grad so extrem hochstilisiert, irgendwie. Es gibt einfach ein Heimatgefühl, man hat das, manche Leute mehr, manche weniger, und damit ist noch lange nicht gemeint irgendwie, ein politisches System sondern einfach irgendwie die Heimat, uns wurde dann oft vorgeworfen dass man zum eigenen Land irgendwie doch kein Heimatgefühl haben kann. Die Leute haben gesagt, zum Heimatort kann man das sehr wohl, weil man sich da immer aufhält. Aber wir sind eben ne` Band, und wir sind letzten Endes öfters auf Autobahnen in Deutschland unterwegs als im eigenen Heimatort, und so ist vielleicht auch Deutschland, unser Heimatort. Man muss die deutsche Geschichte nicht vergessen, auf keinen Fall, man sollte sie auch niemals vergessen, aber man sollte irgendwie versuchen, mit dem Gefühl dass da ist auch ehrlich umzugehen.


Ihr wart  bei ˜ Top of the Pops”. Wie läuft das da jetzt wirklich? Man hört immer es wird nur Playback gespielt. Wie war das bei euch?

Matthias:
Also bei „Top of the Pops˜ haben wir nicht live gespielt, waren aber auch die einzige Band die halb - playback gespielt hat, sprich, die Instrumente kamen vom Band, und die Stimme die war live. Wir haben aber, weil wir das doof finden so zu tun als ob, unserer Instrumente getauscht, sodass ich, der eigentlich Bass spielt, an dem Abend Gitarre gespielt und Thomas, der eigentlich Gitarre spielt, Schlagzeug gespielt hat, und das war natürlich total lustig für uns, weil so tun als ob, ist wirklich nicht unser Ding.


Wie habt ihr das dann am Schlagzeug geregelt? Weil das Schlagzeug hat ja von vorhinein eine relativ hohe Eigenlautstärke, das müsste man doch eigentlich hören.

Thomas:
Das muss man vorher ne` Weile üben, weil das kriegt man nicht sofort hin. Du musst halt schaffen wie die Typen beim Wrestling, die schaffen` s ja auch sich gegenseitig zu schlagen ohne sich zu treffen, das ist ja nur vorgetäuscht. Und da musst du halt auch möglichst nahe am Fell ankommen aber eben nicht wirklich draufschlagen. Muss man üben, aber das geht schon.
Matthias:
Die Leute die das nicht können die haben dann so extra präparierte Schlagzeuge, also da sind dann Felle drauf die nicht klingen, das geht auch. Aber wir beherrschen natürlich die Kampfkunst des Playback- Spielens ausgezeichnet, und deshalb brauchen wir das nicht.



WEITERSAGEN >> zurück