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10.05.2019

Fil Bo Riva (IT/DE)

support: Máni Orrason (IS)

Freitag, 10. Mai 2019, 20:00 UHR, Saal
VA: RH-Veranstaltung
PREISE Member Vorverkauf: 23,00€Vorverkauf: 25,00€
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Fil Bo Riva

Wenn es in diesen finsteren Tagen noch Argumente für ein geeintes Europa braucht, hier ist eins: Filippo Bonamici aka Fil Bo Riva. Gebürtiger Römer, Vater Italiener, Mutter Deutsche. In Madrid gekellnert, in Irland Abitur gemacht, in Berlin studiert. Bonamici symbolisiert also schon seinen biografischen Eckdaten nach jene international ausgerichtete Freigeistigkeit, welche der europäischen Idee zugrunde liegt.

Das nun erscheinende erste Fil Bo Riva Album, »Beautiful Sadness«, trägt Europa im Herzen und eine freiheitlich offene Ausrichtung auf der Zunge. Mit Grandezza lotet Fil auf »Beautiful Sadness« in schwelgerischen Hymnen wie »Time Is Your Gun« oder der ersten Single »Go Rilla« die Grenzen des Indie-Rock aus und überführt gleichzeitig die europäische Folktradition in die Moderne.

Wie oft in solchen Fällen nicht alleine sein Verdienst: „Ohne Felix und Robbie hätte ich das Album nicht machen können«, sagt Fil. Und meint damit den Gitarristen Felix A. Remm sowie den Produzenten Robert Stephenson (Mighty Oaks). Nachdem Bonamici Fil Bo Riva alleine gestartet hat, haben Remm und er sich zu einer vitalen Einheit entwickelt, die man nicht Band nennen muss. »Es ist ein Projekt, in dem zwei Freunde ihre Leidenschaften kombinieren«, sagt Fil.

Durchaus keine selbstverständliche Entwicklung einen Mann, der seinen Platz im Leben erst noch finden musste und auf dem Weg dahin meistens alleine war. Geboren in Rom, bekommt Fil mit zehn die erste Gitarre geschenkt. Später spielt er in kleineren Bands, schreibt Songs, vergisst darüber das Lernen, landet auf einem Internat in Irland. »Das war eine prägende Zeit«, sagt Fil heute. »Die ganzen Bands, die nach den Strokes kamen, MGMT, Arctic Monkeys, Mumford & Sons, habe ich in Irland viel früher entdeckt als andere.« Nach dem Abitur geht er eine Weile zu Freunden nach Madrid, kellnert, zieht kurz zurück nach Rom, merkt: So langsam muss mal was Richtiges kommen. Ernst des Lebens und so. London findet er interessant, aber dann stößt er über zwei Ecken auf den Studiengang Produktdesign an der Berliner UDK und besteht tatsächlich die schwierige Aufnahmeprüfung.

Zwei Jahre hielt er durch, konzentrierte sich aufs Studium, machte keine Musik. Eine Trennung führte schließlich dazu, endlich auf seine innere Stimme zu hören. »Ich nahm mir vor, ein Semester lang alles auf eine Karte zu setzen und einfach nur Musik zu machen«, sagt Fil. In den kommenden zwei Jahren spielen Fil Bo Riva drei ausverkaufte Tourneen und Konzerte unter anderem in Paris, London, Mailand und Amsterdam. Ihre Songs laufen überall im Radio, Fil Bo Riva treten auf Festivals wie Great Escape, Eurosonic und Montreux Jazz Festival auf, es gibt gemeinsame Tourneen mit Matt Corby, Joan As Police Woman, Milky Chance und einigen anderen, außerdem eine Nominierung für den Europe Talent Award. Das alles wohlgemerkt mit nur einer einzigen EP im Rücken, denn das Album kommt ja erst jetzt.

Man muss das erzählen, um »Beatutiful Sadness« zu verstehen, weil hier nun alles zusammenfließt: Von den Briten hat Fil den Zug zum Refrain, aus Italien das Schwelgerische und Berlin verdankt er vielleicht die Zielstrebigkeit und eine gewisse Schnoddrigkeit, die stets dafür sorgt, dass Fil Bo Riva die Grenze zum Kitsch mit spielerischer Leichtigkeit umschifft.

»Beautiful Sadness« – was für ein perfekt passender Titel! – changiert durchgehend zwischen Emphase und Melancholie, Aufbegehren und Innehalten. Die erste EP »If You’re Right, It’s Alright« war eine Skizze, nun hat Fil Bo Riva seine Kunst ausformuliert und auf den Punkt gebracht. Europäische Folklore, Indie-Pop – »Beautiful Sadness« ist ein betörendes Ensemble-Werk aus der Perspektive eines überaus begabten Songschreibers, welches der Wahlberliner gemeinsam mit seiner Band im Frühling auf die Bühnen bringen wird. (Torsten Groß)

http://www.filboriva.com/

Máni Orrason

Erst im Frühjahr ist Máni Orrasons zweites Album »I Woke Up Waiting« erschienen – und doch scheint es eine Ewigkeit zurückzuliegen. Wie das eben so ist, wenn in der Zwischenzeit viel passiert. Bei Orrason sind es sind die neuen Facetten, die er an sich entdeckt und auf der kommenden EP „Baby Angel“ erstmals zusammen mit einem Produzenten herausgearbeitet hat. »Ich habe mich verändert«, findet auch er selbst. Intensive Monate liegen hinter dem 21-Jährigen, der nicht nur eine neue Liebe fand, sondern auch zu seiner musikalischen Arbeit eine neue Beziehung einging.

„Baby Angel“ ist eine EP übers Verlieben und über das, was danach kommt – Verzweiflung, Sehnsucht und andere Zwangsläufigkeiten nicht ausgespart. Es bewegt sich frei zwischen Träumen und Wachen, Grübeln und Loslassen und beeindruckt als Dokument einer persönlichen wie auch künstlerischen Weiterentwicklung. »Ich wollte weg von diesem Four-Piece-Indieband-Ansatz«, erklärt Orrason, der Synthies, Drum-Machines und Loops dieses Mal der obligatorischen Songwriting-Akustikgitarre vorzog. Herausgekommen sind Stücke, die gern kurz in Tagträume abdriften, um dann aber wieder voll da zu sein – und genau den richtigen Klangbaustein in die Hand zu nehmen, so fremd der auch erscheinen mag.

Es war die Zeitlosigkeit der Arrangements, die den Sound von »I Woke Up Waiting« prägte. Nun sollte alles moderner klingen, zeitgeistiger. Und genau wie er das Songwriting neu erleben konnte, erlebte der Musiker im Kontext der Liebesbeziehung auch sich selbst neu. »Ich fühle mich hoffnungsvoller, stabiler, spüre Liebe für so vieles um mich herum«, freut er sich. Auf „Baby Angel“ wird der neue Máni greifbar – zumindest für den Moment. Die 6-Song-EP fährt die großen Gefühle ab – von der queeren Verknalltheit in »Cowboy Cold« über die Zukunftsängste in »I Swear It’s True« und die Frustration in »Numb« bis hin zu den Fragen über Sinn und Selbst, die »Picture I Recall« stellt.

Auch wenn wir Orrason hier in seinen bislang nachdenklichsten Momenten erleben: Die Leichtfüßigkeit kommt ihm selbst in der Synthie-Dunkelkammer nicht abhanden. Im Gegenteil: In der neuen, elektronischen Umgebung hat sich der junge Isländer ganz nach seinem Stil eingerichtet. Beim Einzug geholfen hat Produzent Nikolai Potthoff, mit dem Orrason von Berlin noch einmal in seine alte Heimat Spanien reiste, um das volle Potenzial aus den neuen Stücken herauszukitzeln, bevor sie schließlich in Berlin zu ihrer endgültigen Form fanden.

Fast fünf Jahre ist es her, dass Máni Orrason in seinem Geburtsland Island von jetzt auf gleich bekannt wurde. Mit dem Popfolk-Hit »Fed All My Days« geriet er quasi aus dem Stand in den Fokus der Musikwelt und sicherte sich erste Festivalauftritte; schon sein Debütalbum »Repeating Patterns« und die nachfolgende »Wake Me Up«-EP zeugten von seiner musikalischen Klasse. Mánis neue EP zeigt nun einen im positivsten Sinne ungewöhnlichen Nachwuchskünstler, der nicht nur seinem Alter, sondern zunehmend auch seiner Zeit voraus ist.

 

https://www.facebook.com/maniorrasonmusic/