Der Heimo Erbse Preis geht an Anna Buchegger

Anna Buchegger

Anna Buchegger ist eine der markantesten Stimmen der österreichischen Gegenwartsmusik. Geboren 1999 in

Abtenau im Salzburger Tennengau, fand sie schon früh zur Musik, begann mit Hackbrett und Klavier und entwickelte früh eine eigenständige musikalische Sprache. 2021 gewann sie die ORF‑Castingshow Starmania, wo sie mit eigener Komposition und Präsenz überzeugte. Seither hat sie konsequent an einem Werk gearbeitet, das traditionelle Elemente des Alpenraums mit zeitgenössischer Pop‑ und Jazzsprache verbindet und zugleich Fragen nach Identität, Herkunft und Ausdruck aufwirft.

Mit ihrem Debütalbum Windschatten aus dem Jahr 2024 schuf Buchegger eine Art musikalische Neuverhandlung von „Heimat“, indem sie Folk‑, Pop‑ und Jazztraditionen auf eine Weise zusammenführte, die weder nostalgisch noch rückwärtsgewandt ist; das Album wurde mit zwei Amadeus Award‑Nominierungen, dem Hubert‑von‑Goisern‑Kulturpreis und einem ARTE‑TRACKS‑Porträt wahrgenommen und markierte den Beginn einer intensiven Auseinandersetzung mit Klang, Sprache und kultureller Verortung.

2025 setzte sie diese Linie fort – mit dem Album Soiz, dessen Titel viel mehr ist als ein Wortspiel: er verweist auf das Salz als Metapher für Identität, Erinnerung und Ambivalenz. Die Songs dieses Werkes mischen Dialekt,pop‑ästhetische Elemente, experimentelle Spielarten und eine erzählerische Direktheit, die Hörer:innen herausfordert, sich mit dem Vertrauten ungeschützt auseinanderzusetzen. Buchegger nimmt alpenländische Traditionen auf, um sie nicht zu konservieren, sondern in einen Dialog mit gegenwärtigen Perspektiven zu bringen – musikalisch, textlich und kulturell. Aktuell ist sie für 3 Amadeus Awards nominiert.